Prof. Dr. Zernikow erhält Communicator-Preis

Prof. Dr. Boris Zernikow, Chefarzt für Pädiatrische Palliativmedizin und Kinderschmerzmedizin an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, erhält den renommierten Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Preis wird an Wissenschaftler vergeben, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse in die Öffentlichkeit bemüht haben.

Wie Wissenschaft und Forschung ihren Weg aus den Universitäten und Fachbereichen in die Öffentlichkeit findet, wie sie greifbar und verständlich wird und so zu Weiterentwicklung und Verbesserungen führt – das zeichnet der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus. In diesem Jahr erhält den renommierten Preis der Dattelner Kinderschmerz- und palliativmediziner Prof. Dr. Boris Zernikow.

Zernikow treibt seit Jahren nicht nur Wissenschaft und Forschung in seinem Bereich voran, sondern verknüpft mit seiner Arbeit besonders intensiv auch einen gesellschaftlichen Auftrag. Durch unzählige Veröffentlichungen, Interviews, Gespräche und Vorträge ist es ihm gelungen, eine Patientengruppe ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu holen, die bis dahin schlecht versorgt und nicht beachtet war: Kinder und Jugendliche mit chronischen Schmerzen und lebenslimitierenden Erkrankungen. Diesen Einsatz zeichnet die DFG mit ihrem mit ihrem mit 50.000 Euro dotierten Preis aus.

Durch kontinuierliche Informationspolitik und Aufklärung sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf politischer und populärwissenschaftlicher Ebene gelingt es Zernikow, Unterstützung für die Versorgung von lebenslimitierend erkrankten Kindern und Jugendlichen einzuwerben. Nur so konnte in Datteln das bundesweit erste Kinderpalliativzentrum entstehen. Im vor kurzem gründeten Deutschen Kinderschmerzzentrum werden Kinder und Jugendliche mit chronischen Schmerzen versorgt. Im Jahr 2008 wurde Zernikow von der Universität Witten/Herdecke auf den ersten Lehrstuhl für Pädiatrische Palliativmedizin und Kinderschmerzmedizin berufen. Auch die direkte Kommunikation und Information mit betroffenen Jugendlichen nimmt der Mediziner in den Blick: Im vergangenen Jahr entstand im Kinderschmerzzentrum der für Kinder animierte Film „Den Schmerz verstehen – und was zu tun ist in 10 Minuten.“ Inzwischen wurde dieser Film in 22 Sprachen übersetzt.

Neben der Patientenversorgung und Lehre bildet einen Schwerpunkt der Arbeit auch die strukturelle Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. Die Dattelner bilden Fachleute für Kinderpalliativmedizin weiter und richten regelmäßige Kongresse aus. Zernikow schafft so immer wieder Anknüpfungspunkte für Kooperationen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten zwischen Verbänden, Stiftungen und Politik. Nicht zuletzt bezieht der Mediziner als Fachmann Stellung in gesellschaftlichen Debatten wie zuletzt der um den ärztlich assistierten Suizid.

Mehr Fachlichkeit und vor allem die Anwendung allen vorhandenen Wissens in der Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen – diesen Weg beschreitet der Dattelner Mediziner seit Jahren mit großem Erfolg. „Wir sind stolz darauf, dass Prof. Dr. Boris Zernikow diese Auszeichnung erhält: Sie zeigt, dass wir uns in Datteln vor Jahren gemeinsam auf den richtigen Weg gemacht haben. Und Sie zeigt, welche Strahlkraft diese Arbeit weit über Dattelns Grenzen hinaus haben kann“, freut sich auch Dr. Thomas Hölscher, Aufsichtsratsvorsitzender der Vestischen Caritas-Kliniken, Träger der Vestischen Kinder- und Jugendklinik.

Der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird am 30. Juni in Bochum anlässlich der Jahresversammlung der DFG vergeben.
 
 
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