Madlen darf noch einmal zuhause sein

Im Alter von 21 Monaten erkrankte Madlen an einem mestasierendem (streuendem) Hirntumor. Über neun Monate wurde eine intensive Bestahlungs- und Chemotherapie durchgeführt. Trotzdem war die Krankheit nicht zu stoppen. Aktuell war Madlen nach mehrfachen Krampfanfällen notfallmäßig in der wohnortnahen Kinderklinik aufgenommen worden. Die Krampfanfälle waren im Verlauf schwer zu unterbrechen. Es erfolgte die Verlegung auf die Kinderpalliativstation. Bei Aufnahme litt Madlen unter nicht einstellbaren, nahezu dauernden Krampfanfällen, einer Beinlähmung und wechselnden Bewußtseinszuständen, Schluckstörungen sowie Ausfällen einzelner Hirnnerven. Zudem bestanden starke Schmerzen. Das größte Leid für Madlen waren die rasch zunehmenden Sinnes- und Funktionsstörungen und –verluste sowie die  starken Schmerzzustände. Für Madlens Mutter war die größte Quelle von Leid das Erleben der ständig fortschreitenden Hirntumorerkrankung ihrer Tochter und die damit verbundenen Krampfanfälle. Ihr Wunsch war es, dass Madlen noch einmal zu Hause sein könne, auch - weil das Kind es sich gewünscht hatte. Während der 16-tägigen stationären Therapie gelang es, die Krampfanfälle in den Griff zu bekommen. Die Schmerztherapie wurde umgesetzt auf eine Morphin-Schmerzmittelpumpe, die die Mutter bedienen konnte. Hierunter war Madlen schmerzfrei. Ein Harnverhalt machte die Anlage eines Blasendauerkatheters notwendig. Nach ausführlichen Gesprächen mit der allein erziehenden Mutter wurde die belastende Chemotherapie beendet. In den ersten Tagen war Madlen unter der dieser Therapie wieder wach, spielte und redete mit der Mutter, sie konnte sogar lachen. Nach einer Woche wurde sie aber wieder zunehmend benommener. In psychologischen Gesprächen mit Madlens Mutter konnte diese ihrer Trauer darüber zum Ausdruck bringen und eigene Wünsche formulieren. Emotionale Stütze und Krisenbewältigung waren die wichtigsten Bestandteile der psychologischen Betreuung. Die Themen Sterben, Tod und Trauer wurden insbesondere mit einem Seelsorger thematisiert. Da der dringende Wunsch der Familie bestand, dass Madlen zuhause verstirbt, wurden während des stationären Aufenthaltes Hilfsmittel organisiert (Pflegebett, Inhalationsgerät, Absauggerät, Lagerungshilfen, Sauerstoffkonzentrator, Flüssigsauerstoff, mobile Sauerstoffversorgung, Rollstuhl – Rehabuggy, u.a.m.) sowie zusammen mit dem SAPV Team des Universitätsklinikum-Münster (UKM), einem ambulanten Kinderkrankenpflegedienst und der niedergelassenen Kinderärztin die spezialisierte ambulante Palliativversorgung abgestimmt. Madlen verstarb zuhause ohne leidvolle Symptome im Beisein ihrer Familie.
 
 
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