Freundeskreis und Kinderpalliativzentrum unterzeichnen Charta

Zernikow mit Emma copyright Bönte Michael frei Kopie Im August haben der Freundeskreis und das Kinderpalliativzentrum die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland unterzeichnet und hierzu folgende Pressemitteilung herausgeben:

"Eintreten für die Schwächsten in unserer Gesellschaft"

Die drängende Frage der Betreuung schwerstkranker Menschen erlangt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung. Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband und die Bundesärztekammer haben es sich zur Aufgabe gemacht, für diese Menschen einzutreten und ihnen eine würdevolle und bestmögliche Versorgung anzubieten. Dazu haben sie eine Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland erstellt. Aus ihr sind im Rahmen einer nationalen Strategie Handlungsempfehlungen entwickelt worden. Auch der Freundeskreis Kinderpalliativzentrum Datteln e.V. und das Kinderpalliativzentrum an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln haben in dieser Woche diese richtungsweisende Charta unterzeichnet.
Sie machen sich damit für die breitere Umsetzung ihrer weitreichenden Ziele stark.

„Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihre Eltern und Geschwister brauchen eine spezielle, ihrer jeweiligen Altersstufe angepasste Palliativversorgung, die ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Im Vergleich zu Erwachsenen erstreckt sich die pädiatrische Palliativversorgung oftmals über einen deutlich längeren Zeitraum“, erklärt Prof. Boris Zernikow, der Leiter des Kinderpalliativzentrums, warum die Versorgung unheilbar erkrankter Kinder eine besondere Herausforderung darstellt. „Der Schwerpunkt liegt auf der höchstmöglichen Lebensqualität für das Kind und der umfassenden Unterstützung für die Familie. Deshalb ist die Einbeziehung der Eltern und Geschwister so wichtig.“ Auf der Station Lichtblicke im Kinderpalliativzentrum stehen darum auch den Eltern und Geschwistern des erkrankten Kindes während des gesamten zum Teil mehrwöchigen Aufenthalts zusätzliche psychosoziale Angebote zur Verfügung. Diese werden ausschließlich über Spendengelder finanziert.

Die Charta richtet auch ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung und den Ausbau der ambulanten Versorgung. Schwerstkranke Kinder und ihre Familien wünschen sich so weit wie möglich eine Betreuung und Begleitung zuhause. Das spezialisierte ambulante Palliativteam (SAPV) des Kinderpalliativzentrums betreute im vergangenen Jahr 56 Patientenfamilien. Die Tendenz ist weiter steigend. „Bis dato ist eine kontinuierliche professionelle, ins Kinderpalliativteam eingebettete, psychosoziale Begleitung hier vom Gesetzgeber nicht vorgesehen“, erläutert Prof. Boris Zernikow weiter. „Solche Stellen zu schaffen, ist eine der Herausforderungen, die auf uns warten.“ Denn unterstützend zur optimalen medizinisch-pflegerischen Versorgung können die psychosozialen Angebote Krisen unmittelbar auffangen und Lebensqualität schaffen.

Und auch das Ehrenamt nimmt die Charta in den Fokus, da der Arbeit Ehrenamtlicher in der Palliativversorgung immense Bedeutung zukommt. Die Charta unterstützt dieses bürgerschaftliche Engagement aktiv. Auch im Kinderpalliativzentrum sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter seit seiner Eröffnung im Jahr 2010 eine unverzichtbare Hilfe. Sie sorgen für Entlastung und beleben den Stationsalltag mit ihren vielfältigen Begabungen und unterschiedlichen Persönlichkeiten.

Wer sich näher mit der Thematik Palliativversorgung befassen möchte, dem seien die landesweiten Hospiz- und Palliativtage ans Herz gelegt. In der Zeit vom 13.-15. Oktober finden unter dem Motto „Jeder Moment ist Leben“ an verschiedenen Orten entsprechende Veranstaltungen statt (www.hospiz-und-palliativtage.nrw.de). Auch das Kinderpalliativzentrum bietet im Rahmen dieser Tage eine Führung durch das Haus an. Unter dem Titel „Leid lindern - Leben gestalten“ können sich Interessierte am Samstag, den 14. Oktober, von 10:00 bis 12:00 Uhr einen Einblick von der Arbeit auf der Station Lichtblicke verschaffen.


 
 
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